Sie scheinen die Unterstützung für JavaScript deaktiviert zu haben. Diese ist zwar nicht zwingend notwendig, aber bitte aktivieren Sie im Browser Javascript um alle Funktionen der Seite uneingeschränkt genießen zu können.
Die zunehmenden Fallzahlen und Kinderschutzfälle in den Jugendämtern erfordern ein Umdenken in der Jugendhilfelandschaft. Dazu gehört es insbesondere Netzwerke zu schaffen, die Familien in ihrem jeweiligen Alltag als unterstützend erleben und auf die sie in Krisensituationen vorbehaltlos zurückgreifen würden.
Das Jugendamt Mitte geht neue Wege und implementiert, nach einer erfolgreichen Erprobungsphase, eine in Neuseeland entwickelte Methode “Family Group Conference” (zu Deutsch Verwandschaftsrat/Familienrat), im Leistungskatalog ihrer Jugendhilfeangebote. Die Methode zeigt, dass Familien und ihr soziales Umfeld aktiv an der Entwicklung von Lösungen und Entscheidungen in der Jugendhilfe beteiligt werden können. Die Idee stammt aus dem Kontakt zu den Maori, die sich dagegen gewehrt haben von Ämtern und staatlichen Strukturen Entscheidungen übergestülpt zu bekommen. Sie forderten, in Entscheidungsprozesse einbezogen zu werden unter Berücksichtigung ihrer kulturellen Normen und Werte. Seit 1989 ist die Durchführung von FGC in Neuseeland verpflichtend und gesetzlich verankert.
Das Arbeiten mit Family Group Conference / Verwandschaftsrat/ bedeutet nicht nur eine Veränderung für unsere Klienten sondern insbesondere auch für uns Akteure im Bereich der Sozialen Arbeit. Das heißt in der Konsequenz Verantwortung abzugeben und den Klienten zuzutrauen eigene Lösungen zu entwickeln, maßgeschneidert auf die eigenen Bedürfnisse und Lebensumstände. Dies erfordert mehr Toleranz gegenüber anderen Lebensentwürfen und Kulturen, sowie Reflektionsbereitschaft in Bezug auf die eigene Rolle.
Wir laden Sie herzlich ein und gewähren Ihnen Einblicke in die Methode des Family Group Conference / Verwandschaftsrat und unsere Erfahrungen an anschaulichen Fallbeispielen aus unserem Arbeitsalltag. Lassen Sie sich von der Kraft der Familien inspirieren.
Yasemin Bandow,